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Virtuelle Tour selbst erstellen

Die Checkliste für optimale Ergebnisse

Virtuelle Touren können Sie auch selbst erstellen! Freilich nicht in der Qualität, wie es ein darauf spezialisierter Dienstleister kann. Aber wenn diese hohe Qualität mal nicht benötigt wird, nutzen Sie diese Checkliste und die Empfehlungen darin, um optimale Ergebnisse zu erzielen.

Benötigte Ausrüstung

Hinweise: 

1. Einige Produkt-Links auf dieser Seite sind Affiliate-Links. Das heißt, wenn Sie über diese Links einkaufen, bekomme ich eine kleine Provision von Amazon, ohne dass es für Sie einen Cent teurer wird. Ich bedanke mich schonmal für Ihre Unterstützung! 

2. Wenn ich hier Produkte eines bestimmten Herstellers empfehle, dann nicht, weil ich vom Hersteller dafür bezahlt werde, sondern weil ich überzeugt davon bin, dass es die Empfehlung wert ist. 

Ende 2019 war eine der empfehlenswertesten Kameras für die Erstellung von Virtuellen Touren die Insta360 One X. Inzwischen (Anfang 2020) gibt es den Nachfolger, die modulare Insta360 One R. Allerdings bringt sie in Sachen Bildqualität gegenüber ihrem Vorgänger wohl kaum Vorteile. Die Bildauflösung ist dieselbe und die Optik weitgehend auch. Die One R bringt einige neue interessante Features mit, z.B. „Wechselobjektive“ und ein Modul mit einem größeren Bildsensor, was aber für 360°-Aufnahmen irrelevant ist. Wenn Sie die One R kaufen möchten, achten Sie darauf, sie in der 360°-Variante zu kaufen (siehe Link weiter oben).

Von anderen Herstellern gibt es auch recht gute 360°-Kameras. Sehen Sie sich einfach mal die einschlägigen Übersichten und Vergleiche im Internet an.

Generell kommt allerdings keine erschwingliche und handhabbare One-Shot-360°-Kamera an die Bildqualität auch nur annähernd heran, die Ihnen ein professioneller 360°-Fotografie-Dienstleister bietet! Sehen Sie sich dazu den interaktiven interaktiven Qualitätsvergleich an!

Selber halten geht bei Selfies und Actioncam-Touren, aber in einer Virtuellen Tour wollen Sie meist nicht mit im Bild sein, daher benötigen Sie ein Stativ, auf dem die Kamera montiert wird. 

Denken Sie daran, dass eine 360°-Kamera in alle Richtungen schaut, also auch nach unten! Dort „sieht“ sie das Stativ.

Es gibt spezielle Stative für 360°-Kameras, die nur aus einem schmalen Stab bestehen, der von der Kamera nicht gesehen wird, und drei kurzen Beinchen am Boden. Auf diese „Bildstörung“ lässt sich in der virtuellen Tour später leicht ein kleines Logo legen bzw. oft ist es auch nicht allzu schwer, an der Stelle den echten Boden durch Retusche zu rekonstruieren. 

Achten Sie beim Stativ besonders auf folgende Dinge: 

Die Kamera sollte zumindest etwa auf Brusthöhe, besser auf Kinn- oder sogar Augenhöhe stehen, damit der Seheindruck in der Virtuellen Tour einigermaßen realistisch ist. Sonst kommt man sich beim Betrachten der Tour vor wie ein Zwerg! Die meisten solcher besonders schlanken Stative sind viel zu niedrig und müssen für eine Virtuelle Tour z.B. noch auf einen Tisch gestellt werden. Das schränkt die Wahl des besten Aufnahmestandpunktes im Raum enorm ein! Dieses Topiky Stativ hat eine Höhe von fast 1,20m. Das ist noch nicht allzu hoch, aber man kann es z.B. noch auf einen umgekippten Papierkorb stellen, um eine akzeptable Höhe zu erreichen. Oder Sie benutzen ein günstiges, leichtes herkömmliches Stativ wie dieses hier aus der Amazon Basics Reihe. Das ist mit 1,50m schon deutlich höher, allerdings auch auffälliger am Boden jedes Panoramabildes und daher etwas aufwendiger zu retuschieren bzw. zu verstecken. Für eine kleine 360°-Kamera reichen solche leichten und instabilen Stative aus, aber beachten Sie, dass Sie sie nicht für schwereres Gerät benutzen können.

Damit aus Ihren 360°-Aufnahmen der einzelnen Räume eine zusammenhängende Tour wird, die interaktiv begehbar ist, benötigen Sie entweder eine eigene Software, die Sie auf Ihrem Computer installieren oder einen Webservice (Software as a service bzw. web- oder cloudbasierte Tour-Erstellung). Es gibt inzwischen zahlreiche Anbieter. In diesem Video werden zahlreiche Optionen umfassend verglichen.

Lokal installierte Software wie Pano2VR3DVista oder krpano ist meist eher für gehobene Ansprüche geeignet und das Erlernen der Bedienung ist sehr viel schwierger. Webbasierte Services sind grundsätzlich deutlich einfacher zu bedienen, haben aber oft ein Abo-Bezahlmodell. 

Ich empfehle an dieser Stelle den Service von https://kuula.co, der derzeit mit 12 US$ / Monat zu Buche schlägt (die free-Version hat keinen Virtual-Tour-Editor!). Dieser Service ist derzeit wohl der Meistempfohlene für diese Art der Tour-Erstellung.

Auch der Webservice https://roundme.com wird oft empfohlen. Hier wäre der Tarif für 10 US$ pro Tour meistens der Passende.

Wer lieber einen kostenlosen Service nutzen möchte, kann https://www.theasys.io verwenden. Dort wird Werbung in die Tour eingeblendet. Zahlt man dort monatlich 19,99 US$, verschwindet die Werbung. 

Eine interessante kostenfreie Alternative ist auch Marzipano. Das „Marzipano Tool“ ist eine Software, die im Browser ausgeführt wird, aber lokal läuft, d.h. Ihre Bilder müssen nicht hochgeladen werden, um sie zu einer Tour zu verarbeiten. (Die fertige Tour muss natürlich wie bei jeder Variante auf einen Webserver geladen werden, damit sie veröffentlicht werden kann).

Ich selbst benutze übrigens meistens Pano2VR für meine Touren, weil mir diese Software extrem flexible Möglichkeiten bietet, hochwertige Touren zu erzeugen und sie an das Corporate Design und die Feature-Wünsche meiner Kunden anzupassen. Nach krpano ist es aber wohl auch die am schwierigsten zu erlernende Software. 

 

Damit Sie Ihre Touren der Öffentlichkeit oder auch einem gewissen Personenkreis zeigen können, müssen sie im Internet verfügbar gemacht werden, d.h. auf einem Webserver installiert („gehostet“) werden. 

Bei der Nutzung eines Webservice zur Tourerstellung ist das Hosting meist im Preis inbegriffen und Sie müssen sich um nichts weiter kümmern. Sie bekommen einen Link, den Sie an Ihre Kunden / Interessenten weitergeben können oder den Sie in Ihre Website einbetten können.

Erstellen Sie die Touren aber lokal auf Ihrem Rechner, oder nutzen Sie einen Service, bei dem Sie die Touren herunterladen und beliebig anderenorts hosten können, beachten Sie, dass Virtuelle Touren je nach Umfang recht groß werden können. Mehrere 100 Megabytes sind möglich. Stellen Sie also sicher, dass Sie genügend Webspace zur Verfügung haben. 

Amazon S3 ist eine sehr kostengünstige Hosting-Lösung, die für Virtuelle Touren geeignet ist. Aber der Hostingservice, bei dem Sie Ihre Website hosten, wird auch in Frage kommen, wenn es nicht ein sehr kleines Hostingpaket oder Inklusivpaket beim Internetvertrag ist. Auch wenn Sie Ihre Website mit einem Baukastensystem erstellen wie Jimdo, Squarespace, Wix und dgl., können Sie dort i,d,R, keine Virtuelle Tour hosten.

Matterport ist ein in sich recht geschlossenes Ökosystem für die Erstellung von Virtuellen Touren. Während Sie anfangs noch die spezielle Matterport-Kamera für mehrere tausend Euro kaufen mussten, um die Matterport-Features nutzen zu können, hat Matterport mittlerweile das System auch für einige andere Kameras geöffnet. Beachten Sie aber: Die Virtuellen Touren werden von Matterport nach dem Upload Ihrer Bilder per Matterport-App in einem Standardverfahren verarbeitet. Sie haben kaum Möglichkeiten, die Tour an Ihr Corporate Design anzupassen oder spezielle Features einzubinden. 

Sie können die Touren auch nicht herunterladen und anderweitig hosten. Kündigen Sie das Matterport-Abo, sind Ihre Touren unwiederbringlich verloren.

Panoramaaufnahmen der Räume

Im Folgenden gebe ich Ihnen einige Punkte an die Hand, die Sie bei der Aufnahme beachten sollten:

  1. Geeigneten Zeitpunkt für die Aufnahmen planen (Tag, Uhrzeit).
    Kriterien: Bei einem Raum mit Fenstern sollte das Wetter recht schön sein. Ideal ist blauer, bewölkter Himmel. Die Sonne sollte nicht direkt in die Fenster scheinen. Daher eignet sich oft die Mittagszeit recht gut, da die Sonne hier am höchsten steht und am wenigsten in die Fenster fällt, außer im Winter in Südfenster). 
  2. Räume vorbereiten:
    Aufräumen und sauber machen. Denken Sie daran: Bei 360°-Aufnahmen kann man in jede Richtung sehen. Auch nach oben und unten. 
  3. Gute Kamerastandpunkte in jedem Raum wählen:
    Von wo aus sind die meisten wichtigen Dinge im Raum zu sehen? Auch auf die Sicht durch Türen und Fenster achten. Tipp: Stellen Sie sich an verschiedene Positionen im Raum, drehen sich um die eigene Achse und beurteilen Sie das, was Sie sehen. Sie können weniger schöne Gegenstände oder z.B. Schäden im Boden oder der Wand durch geeignete Kamerastandpunktwahl verstecken, wenn z.B. ein Möbelstück vor der Schadstelle steht. Achten Sie darauf, dass die Kamera nicht direkt gegenüber einem Spiegel oder einer anderen spiegelnden Oberfläche steht, sonst sieht man die Kamera im Bild.
  4. Kamera korrekt montieren, Stativ sicher aufstellen
  5. Akku und Speicherkarte checken
  6. Kamera korrekt einstellen:
    Höchste Bildauflösung, JPEG-Ausgabe. Wenn hoher Kontrast aufzunehmen ist (helle Fenster, dunklerer Raum), aktivieren Sie den HDR-Modus. Stellen Sie dann aber die Kamera, wenn möglich, so ein, dass sie auch die HDR-Quellbilder speichert. Falls Se später feststellen, dass das HDR nicht gut aussieht oder gar nicht nötig war, können Sie so evtl. noch auf hochwertigere Bilder ausweichen.
  7. Kamera geeignet ausrichten:
    Drehen Sie die Kamera so, dass ihre Objektive in Richtungen mit wichtigerem Bildinhalt schauen und die seitlichen Kanten der Kamera in Richtungen, die weniger wichtig sind. Hintergrund: Zum Rand hin werden die einzelnen Bilde, die die 360°-Kameras aufnehmen, immer unschärfer als in der Mitte. Außerdem kann es an den Rändern zu sog. Stitchfehlern kommen, also Fehlern beim Zusammensetzen der Einzelbilder. 
    Achten Sie auf eine geeignete Höhe der Kamera (mindestens Brusthöhe, besser Kinn- oder sogar Augenhöhe).
    Nivellieren Sie die Kamera so gut es geht aus, d.h. die Kamera sollte ganz gerade stehen. Viele Stative haben dafür eine Mini-Wasserwaage eingebaut. 
  8. Kamera-Fern- oder Selbstauslöser nutzen:
    Lösen Sie die Kamera per Smartphone aus der Ferne oder per 10-Sekunden-Selbstauslöser (gehen Sie in den 10 Sekunden aus dem Raum!) aus. Sie wollen ja nicht mit auf dem Bild zu sehen sein. Achten Sie dabei auch darauf, dass Sie sich nicht z.B. in einer Glastür spiegeln aus Sicht der Kamera, und dass Sie keinen Schatten in einen Bereich werfen, den die Kamera aufnimmt.

Die Aufnahmen sind fertig. Und nun?

Evtl. müssen Sie die Bilder noch in der kameraeigenen Software verarbeiten, falls die Kamera das nicht schon selbst tut. Als Grundmateiral für eine Virtuelle Tour benötigen Sie i.d.R. sog. äquirectangulare Bilder im JPEG-Format. Das bedeutet, die Bilder sind rechteckig und haben ein Seitenverhältnis von 2:1. Im Falle der Insta360 One X haben die Bilder z.B. ca. 6000 x 3000 Pixel, also 18 Megapixel.

Liegen die Bilder im benötigten Format vor, laden Sie sie in Ihre Tour-Software bzw. hoch zu Ihrem Tour-Creation-Service und beginnen, die Tour zu designen. Wie Sie hierzu vorgehen, ist je nach Software bzw. Service höchst unterschiedlich.

Welche Qualität ist so erreichbar?

In der folgenden Demo-Tour können Sie die Bildqualität mehrerer Aufnahmetechniken direkt interaktiv miteinander vergleichen. Mehr Details zu dem Thema, inkl. einer interaktiven Vergleichsmöglichkeit für verschiedene Aufnahmetechniken, finden Sie auch auf der Seite „Qualitätsvergleich„.

Wenn Sie doch lieber höhere Qualität vom professionellen Dienstleister haben möchten, freue ich mich über Ihre Anfrage:

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